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Windhorse Gesellschaft

Windhorse

Das Windpferd ist in zentralasiatischen Ländern (tibetisch: lungta) ein Symbol für grundlegende geistige Gesundheit und für die Wachheit und Kraft, die es Menschen möglich macht, die Heilung der eigenen Krankheit zu fördern.

Entstehung

Das Windhorse-Modell gibt es seit 1983 in den USA und ist eine Anwendung der Kontemplativen Psychotherapie, wie sie an der Naropa University gelehrt wird. Es beruht auf einer ganzheitlichen Sichtweise von psychotischem Geschehen und Gesundung.

Der Initiator des Windhorse Projektes ist der amerikanische Psychiater Dr. Edward Podvoll. Edward Podvoll erhielt eine psychoanalytische Ausbildung in Chestnut-Lodge, v.a. von Harald Searls und Otto Will. Er studierte später die Kontemplative Psychologie des Buddhismus bei Chögyam Trungpa, Rinpoche und leitete 12 Jahre lang die Ausbildung in Kontemplativer Psychotherapie an der "Naropa University" in Boulder, Colorado.

Eigentlicher Anstoß für die Entstehung eines Windhorse Behandlungsprojektes war das Engagement von Dr. Podvoll, der für eine junge psychotische Frau, die lange Zeit ihres Lebens ohne Besserung ihres Leidenszustandes in psychiatrischen Kliniken verbrachte, eine heilsame Alternative finden wollte. In den Windhorse Therapieprogrammen, die seit 1981 in den USA existieren, wurde die Erfahrung gemacht, dass sich durch authentische menschliche Beziehungen, in der vertrauten Umgebung einer Wohnung, eine bedeutsame Genesung von schweren psychischen Krisen ergeben kann.

Windhorse Wien wurde von einem engagierten Team um Dr. Hans Kaufmann im Jahr 1994 nach einer Fortbildung mit Dr. Podvoll gegründet.

Menschenbild

Windhorse geht von dem Konzept der grundlegenden geistigen Gesundheit ("basic sanity") aus. Dabei handelt es sich um die Idee, dass alle Menschen zu jeder Zeit das Potential der geistig klaren Momente haben. Möge ein Mensch auch noch so verwirrt, ängstlich oder psychotisch sein bzw. erscheinen, das Auftauchen und Aufwachen aus diesem Zustand ist möglich. Windhorse geht weiters davon aus, dass ein an einer Psychose erkrankter Mensch zur Gesundung eine Umgebung braucht, die ihn als ganzen Menschen wahrnimmt und ihn nicht nur auf die Behandlung der Krankheit beschränkt. Diese Umgebung ist charakterisiert durch Menschen, die kontinuierliche therapeutische Beziehungen anbieten und freundliche, klare und mitfühlende Begegnungen ermöglichen. Dadurch entsteht Raum, in dem das wiederkehrende Aufwachen aus der Psychose, die Inseln der Klarheit, wahrgenommen, eingeladen und gefördert werden können.

Charakteristika

Das Windhorse Behandlungs- und Betreuungskonzept ist durch acht Charakteristika ausgezeichnet:

  • Gesundheits- und Ressourcenorientierung
  • Aufbau eines therpeutischen Haushalts/Milieus/Settings
  • intensive KlientInnenpartizipation
  • Einbezug und Klärung der Angehörigeninteressen in Hinblick auf die klientenbestimmten Ziele - (Netzwerkperspektive)
  • hohe Integration eines multiprofessionellen Teams
  • enge Zusammenarbeit mit der stationären Psychiatrie, niedergelassenen PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen
  • Schulung der MitarbeiterInnen sowohl in psychosozialen als auch in kontemplativen Skills
  • Persönliche kontemplative Praxis der Windhorse-MitarbeiterInnen